Das Wichtigste in Kürze:
- Ein Media-Kit ist ein kurzes, strukturiertes Dokument, das Kennzahlen, Kooperationsangebote und Nutzungsbedingungen zusammenfasst, um schnell Mehrwert zu vermitteln und als Verhandlungsgrundlage zu dienen.
- Zwingend Inhalte: Grunddaten (Blogname, Zielgruppe mit Segmentierung, Reichweite, Engagement, Demografie), rechtliche Eckdaten (Kooperationsformen, Nutzungsrechte, Vergütung), klare Pakete und Pricing, eine messbare Case Study und Aktualisierungsangaben.
- Preis- und Paketmodelle klar beschreiben (Sponsored Post, Social-Boost, Newsletter-Insert) mit konkreten Preisen/CPM, Kombinationsmöglichkeiten und Bonusmodellen.
- Professionelles Design und Präsentation: Deckblatt, Kennzahlen-Seite, Referenzen, rechtliche Hinweise; zwei Formate (druckbares PDF 1–3 MB, kompakte Web-Version ≤300 KB); klare Kennzahlen mit Messmethoden; transparente Zahlungs- und Lizenzbedingungen; Zeitstempel und Versionsnummern.
- Verhandlungs- und Tracking-Tools: Nutzung als Gesprächsleitfaden, strukturierte Pakete (Basis/Performance/Full-Service), Tracking-Optionen (UTM, Pixel, Codes), Reporting-Pläne; vermeide veraltete Daten und unklare Rechte; update regelmäßig.

Was ist ein Media-Kit und wen erreicht es
Ein Media-Kit ist ein kurzes, strukturiertes Dokument, das deine Blog- und Profilkennzahlen, Kooperationsangebote und rechtlichen Rahmenbedingungen zusammenfasst. Zweck: schnell vermitteln, welchen Mehrwert du Brand-Partnern bietest und als Verhandlungsgrundlage zu dienen. Du erstellst es in der Regel selbst oder mit Unterstützung von Grafik/PR; Leser sind Marketing-Entscheider, Agenturen, PR-Verantwortliche und potenzielle Sponsoren.
Wichtig ist die Abgrenzung zu ähnlichen Formaten: Ein Media-Deck ist oft pitchorientiert und visuell dichter, die Profilseite auf deiner Website ist öffentlich und weniger verhandlungsfähig, Werbekonditionen sind detaillierte Preislisten, und das Portfolio zeigt Arbeitsproben. Dein Media-Kit verbindet Kennzahlen, Angebotsstruktur und Nutzungsbedingungen in einem Dokument.
Typische Leserfragen und Denkfehler
- – Damit du in Erstkontakten schnell Vertrauen aufbaust und Vergleichbarkeit schaffst.
- – Sponsored Posts, Social-Integrationen, Newsletter-Slots; zeige jeweils Reichweite und Beispiel-Resultate.
- – Nur schönes Design zu liefern: das Media-Kit muss Zahlen, klare Pakete und Verhandlungsparameter enthalten, sonst taugt es nicht als Geschäftsdokument.

Welche Inhalte gehören zwingend rein
Du nennst klar die Grunddaten: Blogname, Zielgruppe mit konkreten Zielgruppensegmenten, aktuelle Reichweite (monatliche Nutzer/Seitenaufrufe), Engagement‑Raten (z. B. durchschnittliche Kommentar‑/Like‑Raten) und Demografie‑Kernaussagen (Alter, Region, Geschlecht). Ergänze, wo möglich, Kurzwerte: „Ø 120.000 Seitenaufrufe/Monat; 60 % 25–44 Jahre; E‑Mail‑Liste 18.000 Abonnenten“.
Rechtliche und organisatorische Eckdaten gehören sichtbar dazu: akzeptierte Kooperationsformen (Sponsored Posts, Produkttests, Affiliate), Ausschlüsse (z. B. Politik, Glücksspiel), Standard‑Nutzungsrechte (Bild-/Textlizenzen, Laufzeiten) und grundlegende Vergütungshinweise (Festpreise, CPM‑Spanne oder „auf Anfrage“). Beispiel: „Nutzungsrechte: 6 Monate Web; erweiterte Rechte gegen Aufpreis.“
Beschreibe Medienpakete und Pricing-Modelle mit klaren Beispielpaketen: Sponsored Post (Festpreis), Social‑Boost (CPM oder Pauschale), Newsletter‑Insert (Festpreis + CPC‑Bonus). Nenne typische Kombinationen (z. B. Post + 3 Social Shares + Newsletter = Paket B). Erläutere Bonusmodelle (Performance‑Bonus bei >3 % Conversion).
Führe mindestens eine kurze Case Study mit messbaren Ergebnissen an (Ziel, Maßnahme, KPI, Ergebnis): z. B. „Produktlaunch: Sponsored Post + 2 Instagram‑Stories → 45.000 Seitenaufrufe, 1.200 Klicks, 3,8 % Conversion“. Gib Aktualisierungsintervall an (z. B. Quartalsweise) und beantworte Kennzahlen‑Fragen: Nutze unique visitors, Öffnungsraten, CTR statt kumulierter Social‑Likes. Vermeide typische Fehler: keine überfrachteten Rohdaten, klare Paketdefinitionen statt nur Einzelleistungen, transparente Preisangaben statt „auf Anfrage“ überall.
Kurz‑Checkliste
- Grunddaten + Demografie
- Rechtliches & Nutzungsrechte
- Konkrete Pakete & Preislogik
- Mindestens 1 messbare Case Study
- Updateintervall angeben

Wie präsentierst du das Media-Kit professionell
Gliedere das Dokument klar: Deckblatt mit Kurzprofil, Kennzahlen-Seite, Angebote/Packages, Referenzen & Case Studies, rechtliche Hinweise und Kontakt. Nutze eine konsistente Designsprache (Farben, Schriftfamilie) und eine gut lesbare Typografie — z. B. Überschriften 16–20 pt, Fließtext 10–12 pt für PDF. Stelle Kennzahlen prominent dar: monatliche Besucher, Seitenaufrufe, Engagement-Rate, Zielgruppen-Demografie — jeweils mit erklärender Fußnote zur Messmethode.
Bereite zwei Formate vor: ein druckbares PDF (optimiert ~1–3 MB) für E‑Mail-Versand und eine kompakte Web-Variante (single-page HTML oder PDF ≤300 KB) für schnellen ersten Eindruck. Ergänze eine kurze, einseitige Webversion mit Kerndaten als Link in der E‑Mail. Nenne Dateiformate und die typische Dateigröße direkt im E‑Mailtext, damit Entscheider wissen, was sie herunterladen.
Mache Preise und Zahlungsbedingungen transparent: biete klare Pauschalen für Standardpakete und weise auf Verhandlungsspielräume hin (z. B. Rabatt bei Mehrfachbuchungen). Formuliere Zahlungsziele (z. B. 50 % Anzahlung, Rest 14 Tage nach Lieferung) und Lizenzbedingungen kurz und präzise. Vermeide versteckte Kosten — liste zusätzliche Produktionskosten als separate Posten.
Halte das Kit aktuell: ergänze einen sichtbaren Zeitstempel („Letzte Aktualisierung: 2026-01-15“) und aktualisiere Kennzahlen mindestens quartalsweise. Wenn Zahlen schwanken, erkläre Gründe kurz (Saison, Kampagne). Nutze Versionsnummern für PDF-Dateien (z. B. Media-Kit_v2.1.pdf), damit Marken immer die neueste Fassung sehen.
Kurz-Checkliste zur Präsentation
- Übersichtliches Inhaltsverzeichnis und klare Seitenstruktur
- Einseitige Kurzversion für Web + vollständiges PDF (~1–3 MB) für Mail
- Kennzahlen mit Messmethoden und Zeitstempel
- Transparente Preisangaben + Zahlungs- und Lizenzbedingungen
- Sauberes, luftiges Design — vermeide überladene Seiten
- Dateiname und Versionsnummer sichtbar im Footer

Wie nutzt du das Media-Kit in Kooperationen und Verhandlungen
Nutze das Media-Kit als Gesprächsleitfaden: Hebe bei der Erstkontaktaufnahme die Formate hervor, die zur Marke passen (z. B. Sponsored Post + Instagram-Story für Reichweiten-Ziele; Newsletter-Placement für Conversion-Ziele) und nenne konkrete Referenzwerte (Ø Pageviews, typische CTR, Beispielkampagne: 3.500 Visits, 120 Klicks, 2 Conversions). So zeigst du direkt, welchen Nutzen die Marke erwarten kann.
Verhandlungsgrundlage: Biete klar strukturierte Pakete an (Basis, Performance, Full-Service) und kennzeichne, wann du individualisierst. Beispiel: Basis = Artikel + 1 Social-Post; Performance = Artikel + 3 Social-Posts + KPI-Report; Individualisierung bei Produktstarts oder langfristigen Kooperationen.
Kernpunkte für Verhandlung & Tracking
- Messpunkte: Reichweite (Impressions), Engagement-Rate, Klicks, Conversions/Leads.
- Tracking-Optionen: UTM-Links, Tracking-Pixel, Coupon-Codes, Campaign-IDs.
- Reporting: Standardreport nach 7/30 Tagen + finaler KPI-Report mit Learnings.
Rechtliches und Zugeständnisse: Kläre Nutzungsrechte (Dauer, Kanäle), Content-Ownership, Exklusivitätsfenster und Freigabeprozesse vorab. Bei Preisverhandlungen bleib bei deinen Werten: Mach Zugeständnisse, die für dich wenig Aufwand, aber hohen Mehrwert für den Kunden bringen (z. B. verlängerte Laufzeit statt Rabatt). Vermeide zwei Fehler: Preise ohne Nutzenargumente festlegen und Marken um Formate bitten, ohne die erwarteten Resultate zu nennen.

Typische Fehler und Fallstricke
Du unterschätzt oft die Wichtigkeit klarer, aktueller Daten und transparenter Bedingungen; das wirkt bei Marken unprofessionell und kostet Chancen. Häufige Probleme entstehen durch veraltete Zahlen, schwammige Angaben zu Nutzungsrechten oder unklare Preisstrukturen. Ebenso schadet es, wenn dein Media-Kit optisch ansprechend, inhaltlich aber nicht belastbar ist — Marken wollen belegbare Resultate, keine bloße Ästhetik.
Konkrete Fehler mit Beispielen
- Unklare Zielgruppe: „Lifestyle-Leser“ ohne Demografie; Beispiel: Marke fragt nach Frauen 25–34 und du kannst keine entsprechende Aufschlüsselung liefern.
- Falsche Reichweitenkennzahlen: Gesamtseitenaufrufe statt Unique Visitors oder monatliche statt durchschnittliche Werte; Folge: unrealistische Erwartungen bei Kampagnen.
- Fehlende Transparenz zu Nutzungsrechten: Keine Angabe, ob Marken Inhalte weiterverwenden dürfen — führt zu Nachverhandlungen oder Ablehnung.
- Veraltete oder widersprüchliche Infos: Social-Follower in Media-Kit und Liveprofilen stimmen nicht überein; Marke zweifelt an deiner Zuverlässigkeit.
- Zu wenig Differenzierung: Angebote gleichen Standardpaketen ohne Unique Selling Points; Marken sehen keinen Mehrwert beim Aufpreis.
- Mangelnde Anpassungsfähigkeit: Du bietest nur fixe Pakete, obwohl die Marke eine kurzfristige Produktaktivierung mit kurzer Laufzeit benötigt.
Du vermeidest die Denkfalle „Wenn es gut aussieht, passt es schon“, indem du Zahlen mit Beispielen versiehst: nenne eine Kampagne mit konkreten KPIs (z. B. 12.000 Impressionen, 3,2 % Engagement, 180 Klicks) und gib klare Regeln zu Rechten und Laufzeiten. Aktualisiere zentrale Kennzahlen vierteljährlich, füge ein Datum der letzten Aktualisierung hinzu und biete klare Anpassungsoptionen (z. B. Short-Run vs. Evergreen, Zusatzkosten für Bildnutzungen). So schützt du dich vor Verhandlungspannen und baust Vertrauen auf.

Praxis-Checkliste und Beispielglossar
Führe diese Schritte regelmäßig durch, damit dein Media-Kit verlässlich als Verhandlungsgrundlage dient.
Praxis-Checkliste
- Aktualität prüfen: Letzte Zahlen-Datum sichtbar machen; Daten nicht älter als 3–6 Monate.
- Kernkennzahlen aktualisieren: monatliche Seitenaufrufe, Unique Users, Top-Posts, Social-Reichweiten, Engagement-Rate.
- Referenzprojekte auswählen: 2–3 kurze Case-Statements mit Ziel, Maßnahme und Ergebnis (KPI + Prozentangabe).
- Preisstruktur klar beschreiben: Standardpakete + Hinweise zu Verhandlungsspielräumen und Zahlungsbedingungen.
- Beispielkooperation skizzieren: Briefing, Deliverables, Zeitrahmen, Reporting-Methode (z. B. Tracking-Link, Screenshot-Auswertung).
Glossar wichtiger Begriffe
- Reichweite: Anzahl eindeutiger Nutzer oder Gesamtreichweite einer Kampagne.
- Engagement-Rate: Interaktionen geteilt durch Reichweite oder Impressions (klar definierte Formel angeben).
- CPM: Kosten pro 1.000 Impressions; sinnvoll für Banner/Ad-Formate.
- Nutzungsrechte: Wie lange und wo Marken deine Inhalte weiterverwenden dürfen (Beispiel: 6 Monate, Web-only).
- Exklusivität: Zeitraum oder Kategorie, in der du keine Konkurrenzplatzierungen akzeptierst.
- Deliverables: Konkrete abzuliefernde Inhalte (z. B. 1 Sponsored Post + 3 Social-Posts).
- Booking Window: Vorlaufzeit, die du für Contentproduktion und Freigaben benötigst (z. B. 4 Wochen).
Typische Selbstfragen & Fehlervermeidung
- Nenne statt „Eltern“ z. B. „Mütter 25–40 in Deutschland, urban, Interesse an Bio-Lebensmitteln“.
- Dokumentiere Performance pro Format (z. B. Newsletter CTR vs. Social-Reach).
- Notiere wiederkehrende Ablehnungsgründe und deine Antworten (Preis, Timing, Exklusivität).
Vermeide den Denkfehler, nur dein Produkt zu zeigen: Formuliere bei jedem Punkt konkret den Nutzen für die Marke (Zielgruppe, erwarteter Outcome, Reporting), dann hast du ein Media-Kit, das verkauft.
Einordnung:
Ein Media-Kit fasst Kennzahlen, Kooperationsangebote und Nutzungsrechte kompakt zusammen und dient als schnelle Verhandlungsgrundlage. Wichtige Inhalte sind Grunddaten, rechtliche Eckdaten, klare Pakete mit Pricing und eine messbare Case Study, ergänzt durch regelmäßige Aktualisierung. Das Dokument sollte professionell gestaltet sein, zwei Formate bereitstellen und transparente Zahlungs- sowie Lizenzbedingungen enthalten. Als Verhandlungswerkzeug fungiert das Kit mit strukturierbaren Paketen, Tracking-Optionen und klarer Reporting-Strategie, während veraltete Daten und unklare Rechte vermieden werden.
Letzte Aktualisierung: 31. Januar 2026