Lieber Blogger, so bekommst Du garantiert keine Kooperation

Zu einer Kooperation gehört immer ein Auftraggeber und ein Auftragnehmer. Was schief laufen kann, wenn Auftraggeber nicht professionell arbeiten, hat Marketing-Experte und Blogger Thomas Pier in diesem Gastbeitrag beschrieben. Ich will nun die andere Seite betrachen und aufzeigen, welche zwei gravierenden Fehler einige Blogger machen, und sich damit die Chance auf eine Kooperation verbauen.


1. Bewerbung ohne Engagement

Je interessanter und/oder lukrativer eine Kampagne ist, umso mehr Blogger wollen natürlich davon partizipieren. Auf spannende Ausschreibungen bewerben sich bei trusted blogs im Durchschnitt über 50 Blogger. Bei besonders spannenden Kampagnen gibt es sogar 100 und mehr Bewerber!

Für den Auftraggeber ist das ein positives Signal: sein Angebot kommt super an. Aber gleichzeitig bedeuten viele Bewerber auch viel Arbeit, denn in der Regel werden bei einer Kampagne nicht mehr als 10 Blogger beauftragt. Er muss also eine Auswahl treffen.

Um die besten Blogger für die Kooperation zu ermitteln, muss sich der Auftraggeber jeden Blog einzeln ansehen. Er wird sich von der fachlichen Expertise des Bloggers überzeugen, Grammatik und Rechtschreibung checken, das optische Erscheinungsbild des Blogs bewerten und die Aktivität anhand der Anzahl von Beiträgen, Kommentaren, Likes und Shares beurteilen.

Mal angenommen, das alles würde er in nur 5 Minuten schaffen – was sehr optimistisch ist – dann wäre er mit der Prüfung von 60 Bewerbern sage und schreibe 5 Stunden beschäftigt! So viel Zeit will aber kein Auftraggeber investieren. Schließlich lädt ja auch kein Unternehmen alle Bewerber auf ein Jobangebot zu einem Vorstellungsgespräch ein.

Stattdessen erfolgt eine Vor-Auswahl.

Ein ganz entscheidendes Kriterium für eine solche Auswahl ist das persönliche Anschreiben. Das schaut sich ein Auftraggeber immer an. Ein Anschreiben bietet Dir also eine hervorragende Gelegenheit, schon auf den ersten Blick deutlich zu machen, warum er unbedingt und auf jeden Fall genau Dich auswählen muss. Wenn Du es schaffst, Dein wichtigstes Argument in einen Satz zu packen, hast Du schon fast gewonnen!

“Bei der Bewerbung auf einen Job entscheidet Dein Anschreiben, ob Du aussortiert wirst, oder Aufmerksamkeit bekommst. Bei der Bewerbung auf eine Kampagne ist es das Gleiche.”


Eduard Andrae

Leider bewerben sich immer wieder Blogger auf Kampagnen, ohne eine solche persönliche Nachricht zu verfassen. Sie klicken einfach auf »jetzt bewerben« und lassen das extra dafür vorgesehene Textfeld leer...

Ganz ehrlich: Ebenso gut kann man einen Lebenslauf ohne Begleitschreiben in einen Umschlag stecken, auf dem nur die Anschrift eines Wunsch-Arbeitgebers steht. Wie hoch die Chance auf Erfolg einer solchen 'Bewerbung' ist, muss ich wohl nicht erklären. Umso unverständlicher ist es, dass es trotzdem immer wieder passiert. Dies ist mein dringender Appell:

Teile dem Auftraggeber grundsätzlich mit, warum Du die beste Wahl für diese Kampagne bist!

Im Moment ist bei trusted blogs die Eingabe einer persönlichen Nachricht noch optional. Aber wir denken darüber nach, dies zu einer Pflicht-Eingabe zu machen. Was hältst Du davon? Schreib uns Deine Meinung per Kommentar.

2. Media-Kit fehlt / ist veraltet / nur auf Anfrage

Wie eben erklärt, treffen Auftraggeber eine Vor-Auswahl, um möglichst schnell zu einem Ergebnis zu kommen — vor allen Dingen, wenn es viele Bewerbungen gibt.

Um in der Flut der Bewerber positiv aufzufallen, spielt neben dem persönlichen Anschreiben auch das Media-Kit eine entscheidende Rolle. Viele Unternehmen sortieren die Bewerbungen nach Vorhandensein eines Media-Kits. Das funktioniert bei uns übrigens mit einem Klick!

Wenn sie genügend Blogger mit Media-Kit für die ausgeschriebene Kooperation finden, erhalten die übrigen Blogger erst gar keine Beachtung... Tja, Pech gehabt!

Ich will nochmals den Vergleich mit der Bewerbung auf einen Job machen: eine Bewerbung ohne Media-Kit ist wie eine Bewerbung ohne Zeugnisse und Lebenslauf: tu das nicht!

Es reicht aber nicht, ein Media-Kit zu besitzen. Du musst es auch regelmäßig aktualisieren. Du disqualifizierst Dich, wenn die Angaben zu Besuchern und Seitenaufrufen aus dem vorletzen Jahr stammen, oder wenn Du noch auf Google+ oder Deinen Klout-Score hinweist! Überprüfe neben den nackten Zahlen auch andere Angaben: sind die Links zu Veröffentlichungen noch gültig? Gibt es neue Referenzen, auf die Du verweisen kannst? Im Idealfall checkst Du das Media-Kit noch einmal kurz, bevor Du eine Bewerbung abschickst.

Mit einem Media-Kit mehr Kooperationen erhalten

inkl. kostenloser Vorlage von Mel Buml (Gourmet-Guerilla)

Ich möchte Dir außerdem empfehlen, das Media-Kit ständig verfügbar zu halten. Biete es zum Download als PDF-Dokument an, oder erstelle eine eigene Seite mit allen relevanten Informationen. Unternehmen und Agenturen sehen auf den ersten Blick, dass Du an Kooperationen interessiert bist, und sie können bei Bedarf sofort Informationen abrufen.

Wenn Du Dir als Blogger nicht in die Karten blicken lassen willst, kannst Du das Media-Kit natürlich nur auf Anfrage versenden. Das hat den Charme, dass Du es vor dem Versand noch aktualisieren kannst. Aber mal ganz ehrlich: diese Empfehlung ist so alt so alt wie der Beitrag, in dem ich sie gefunden habe (nämlich aus dem Jahr 2014) und heutzutage kein guter Rat mehr!

Wie hinreichend erläutert, ist es für Auftraggeber wichtig, in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Bewerbungen zu bearbeiten. Der Aufwand, von einzelnen Bewerbern erst ein Media-Kit anzufordern, steht dazu im direkten Widerspruch. Hinzu kommt, dass nicht kalkulierbar ist, wann und ob angeforderte Media-Kits eintreffen. Das macht die zeitliche Planung einer Kampagne schwierig bis unmöglich.

Sven Lennartz schreibt in seinem Beitrag zu diesem Thema: "wenn Du Dein Media-Kit erst auf Anforderung verschickst, bedeutet das mehr Arbeit für Dich und es senkt die Zahl möglicher Anfragen – was gewünscht sein kann, wenn Du zu viele Anfragen erhältst."

Ich kenne keinen Blogger, der sein Media-Kit nicht veröffentlicht, weil er dann zu viele Anfragen bekommt. Wenn Du so jemanden kennst oder selbst so ein Blogger bist, schreib gern einen Kommentar.


Profi-Tipps und Fazit

Hast Du ein Briefing erhalten das in zwei, drei oder vielleicht noch mehr Punkten ganz genau zu Dir und zu Deinem Blog passt? Wunderbar: das erhöht die Chance, für diese Kampagne ausgewählt zu werden, ganz erheblich!

Bitte unternimm aber nicht den Versuch, alle Argumente in das persönliche Anschreiben zu packen, um dem Auftraggeber die besondere 'Passgenauigkeit' zu verdeutlichen.

Es ist einfach nicht zielführend, einen Text zu verfassen, der eine halbe DIN A4 Seite umfasst, oder vielleicht sogar noch länger ist. Denke bitte daran, dass der Auftraggeber sich schnell ein Urteil bilden will. Mach es ihm einfach und fasse Dich kurz.

Überlege Dir, welcher Deiner Punkte der wichtigste ist. Klar, alle Punkte sind wichtig. Schreibe sie einfach mal untereinander. Packe alle Punkte in Dein Media-Kit. In das persönliche Anschreiben übernimmst Du nur den einen Punkt von Platz 1. Formuliere einen einzigen Satz mit dem Hinweis auf diesen Punkt ("Ich passe hervorragend zu dieser Kampagne, weil...") und verweise in einem zweiten Satz kurz auf die weiteren Pluspunkte in Deinem Media-Kit. 

Auf diese Weise ergibt sich die perfekte Bewerbung, und die Aussichten, zu den 10 bis 20 Prozent der Blogger zu zählen, die für eine Kooperation ausgewählt werden, sind sehr gut!

Und auf Wunsch unserer Kunden noch eine Bitte: Sieh davon ab, zusätzlich eine E-Mail zu senden! Du verschaffst Dir damit keine Vorteile. Im Gegenteil verursachst Du dem Auftraggeber damit Mehrarbeit, die er sich durch Verwendung unserer Plattform gerne ersparen will.

“Wenn Du Dir nicht Zeit nimmst, um eine persönliche Bewerbung zu erstellen, solltest Du auch nicht erwarten, dass sich jemand Zeit nimmt, um sich mit Dir zu befassen!”


Eduard Andrae

Blog-Marketing ist ein Business. Und wie in jedem Geschäft musst Du bereit sein, etwas zu geben (nämlich Mühe), wenn Du etwas haben willst. Andernfalls solltest Du auf die Teilnahme an unserem Kampagnen-Marktplatz verzichten.

In diesem Sinne wünsche ich Dir viele erfolgreiche Bewerbungen und tolle Kampagnen!

Herzliche Grüße,

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