Unnötige Hindernisse beim Blog-Marketing: ein Agentur-Rant

Unnötige Hindernisse beim Blog-Marketing: ein Agentur-Rant
von Thomas Pier

Ich bin Blogger aus Leidenschaft. Mein Thema ist das Laufen und ich schreibe über meine Erfahrungen, Laufevents und die nötige Ausrüstung. Für ungefähr die Hälfte meiner 100 Artikel im Jahr bin ich im Kontakt mit Herstellern und Agenturen. Über viele Themen und Produkte, die mich interessieren, kann ich nur durch solche Kooperationen schreiben. Die Kontakte sind also wichtig für mich.

Kooperation heißt dabei Zusammenarbeit. Ich bin gespannt auf ein neues Produkt, möchte es gerne im Training erproben und über meine Erfahrungen berichten. Die Hersteller wollen das Produkt bewerben, sind aber auch an Feedback interessiert. Am besten funktioniert dieses Zusammenspiel, wenn man sich gegenseitig gut kennt und um die jeweiligen Bedürfnisse weiss.

Das Problem

Der Aufbau einer solchen langfristigen Beziehung wird aber allzu häufig dadurch erschwert, dass es kaum feste Ansprechpartner gibt. Einige Hersteller vergeben ihr Marketing-Budget jährlich an eine neue Agentur. Innerhalb der Agenturen dreht sich das Personalkarussell. Mein Ansprechpartner von heute ist somit morgen vielleicht schon nicht mehr erreichbar.

Das führt zu seltsamen Situationen: ich habe schon auf eine aktuelle Presseinformation geantwortet, nur um festzustellen, dass die Absenderin nicht mehr bei der Agentur arbeitet. Oder ich möchte eine Agentur über einen veröffentlichten Beitrag informieren und bekomme die Rückmeldung, dass man für den Hersteller leider nicht mehr tätig sei. War das bei unserem letzten Kontakt vor vier Wochen noch nicht bekannt?

Oft ist erkennbar, dass mein Agenturkontakt die Abwicklung meiner Anfrage an eine Studentin oder Praktikantin abgibt. Ich erwarte nicht, dass ich diese im nächsten Jahr noch erreiche. Daher ist auch klar, dass Informationen aus diesen Dialogen komplett verloren gehen und ich bei der nächsten Anfrage vieles wiederholen muss. Und zwar deutlich mehr als nur die Schuhgröße.

Dazu kommt noch, dass es oft eine immense Aufgabe ist, überhaupt einen Ansprechpartner zu finden. Anfragen laufen ins Leere, weil ein eindeutiger Adressat fehlt. Zentrale Pressestellen gibt es nur bei großen Herstellern und sind gerne direkt so gross, dass mein Kontakt für Laufschuhe erstmal nachschlagen muss, wer für Trailschuhe zuständig ist.

Es geht auch anders

Doch das muss nicht so sein. Zu einigen Herstellern habe ich einen guten, langjährigen Kontakt - teilweise sogar obwohl sich zwischendurch mal der Ansprechpartner ändert. Sie kennen meine Vorlieben und können beurteilen, ob das angefragte Produkt passend für mich wäre. Ich fühle mich gut eingebunden und über wichtige Termine informiert, so dass auch ich meine Themen planen kann.

Ich erlebe in solchen Situationen, dass mein Feedback gehört wird und durchaus mit in die Weiterentwicklung eines Produktes fließt. Das stärkt nicht nur meine Identifikation mit der Marke, sondern schlichtweg auch meine Kompetenz, über diese und vergleichbare Produkte zu schreiben.

Nachhaltige Zusammenarbeit

Ein Blog lebt von langfristigen Beziehungen - zu seinen Lesern, aber auch zu Kooperationspartnern. Beiträge werden noch mit Leidenschaft von Hand geschrieben und folgen nicht unbedingt der Mode. Schon gar nicht jedem neuen Claim einer Markenkampagne. Das unterscheidet sie von anderen Influenzern, die ihr Fähnchen deutlich leichter und schneller nach dem Wind ausrichten. Für deren flüchtige Posts reicht vielleicht ein oberflächlicher Kontakt. Für die individuellen, authentischen und nachhaltigen Beiträge eines Bloggers zahlt sich ein höheres Engagement von Herstellern und Agenturen sicher aus.

Thomas Pier

Thomas Pier ist ambitionierter Freizeitläufer, neugieriger Early-Adopter und sein eigener Trainer. Auf harlerunner.de bloggt er über seine Erfahrungen bei Laufevents, sein Training und die dafür notwendige Ausrüstung.

Thomas Pier

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